Rückschau auf das Schreibretreat „Embodied Dream Writing“

Embodied Dream Writing war das erste Schreiblabor des neu initiierten Formats Schreibwerken im Süden und fand von 14. bis 17. Mai 2026 in der Villa for Forest statt

Inspiriert von Ingeborg Bachmann Verständnis der Träume als Grenzräume des Ichs erkundeten 22 Teilnehmer:innen gemeinsam das utopische, widerständige und poetische Potential der Traumsprache. Von Donnerstag bis Sonntag entstand ein intensiver Schreib- und Erfahrungsraum zwischen Traum, Körper und Sprache.

vom li. nach re.: die 3 Vortragenden (Susanne Martin, Johanna Vedral und Victoria Rabinowe) sowie die Organisatorinnen von Writers Space (Regina Klein und Katharina Springer)

Victoria Rabinowe führte die Gruppe mit großer Präsenz durch ihre Conversations with Psyche – Traumgespräche mit inneren Bildern, Figuren und Stimmen. Johanna Vedral begleitete mit großer Sorgfalt Prozesse des Collage Dream Writing und der Soul Collage Poetry. Susanne Martin öffnete Resonanzräume zwischen Körper, Selbst und Welt – mit Bewegung, Stimme, Wahrnehmung und performativer Präsenz.

Regina Klein rahmte das Labor konzeptionell und leitete gemeinsam mit Susanne Martin eine der drei Dreamsharing-Kleingruppen, in denen Traumtexte, Erinnerungen und innere Bilder in Sprache und Austausch überführt wurden. Katharina Springer wirkte während des gesamten Retreats als achtsamer „Guiding Angel“ und schuf jene offene und konzentrierte Atmosphäre, die das gemeinsame Arbeiten trug.

In Kleingruppen mit intensiven Schreibphasen, Collagearbeiten und körperlich-performativen Sequenzen entstand ein außergewöhnliches Gruppenerlebnis: offen, tief, konzentriert und berührend.

Ein besonderer Höhepunkt war der öffentliche Leseabend im Musilhaus: Beim Embodied Dream Reading wurden Texte, Bilder, Bewegungen und Stimmen öffentlich geteilt – poetische Miniaturen aus einem Labor, in dem Träume nicht nur erinnert, sondern verkörpert, befragt und in Sprache verwandelt wurden.

Victoria Rabinowe las aus Conversations with Psyche in wunderbarer Kollaboration mit Ilse Winkler, welche die deutsche Fassung sprach, Johanna Vedral aus ihrem Roman Freiheit, du wildes Tier und Susanne Martin überraschte das Publikum mit einer eindringlichen Lecture-Performance zwischen Tanz und Sprache.

Performance von Susanne Martin

Im Zentrum des Abends standen jedoch auch die Teilnehmer:innen des Retreats selbst. Sie wurden zu Dreh- und Angelpunkten eines vielstimmigen Traumraums und überraschten mit unterschiedlichsten literarischen Traumbearbeitungen – zwischen Märchen, Haiku, Orakel, und poetischer Kurzprosa –, entstanden aus der intensiven Traumarbeit der gemeinsamen Tage.

Es lasen – teilweise erstmals öffentlich: Yvonne Brandl, Frauke Bugnar, Sue Imhof, Ria Ketteler, Rosemarie Lederer, Marion Lederer-Stefaner, Anna Maria Lippitz, Katrin Oberhofer, Gerhard Pleschberger, Susanne Pacher, Gerlinde Pabst, Paul Pasch, Seraphine Rastl, Irina Retl, Elvira Sematon, Ilse Schwanck-Winkler und Andrea Sturn. 

Ein großer Dank gilt allen Beteiligten, die dieses erste Schreibretreat mit Offenheit, Mut, Vertrauen und Imagination getragen haben.

Abschiedsfoto mit den Teilnehmenden und Vortragenden
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